Vergiftete Hunde ? bloße? Sachbeschädigung?

Ein Beitrag von Rechtsanwältin AnnKathrin Fries

Immer wieder werden Hunde mutwillig durch Menschen vergiftet. Nicht selten geschieht dies leider im Rahmen eines Nachbarschaftsstreit. Nachdem in den letzten Monaten wieder vermehrt aus allen Teilen Deutschlands davon berichtet wurde und landläufig leider die Meinung vorherrscht, es handele sich dabei ?nur? um eine Sachbeschädigung, möchte ich aus gegebenem Anlass einen kurzen juristischen Überblick geben.

Sachbeschädigung
In der Tat handelt es sich nach dem Strafgesetzbuch um eine "Sachbeschädigung", die mit Freiheitsstrafe bis zu zwei Jahren oder Geldstrafe bestraft werden kann. In der Regel wird allerdings eine Geldstrafe verhängt werden. Da es sich bei der Sachbeschädigung um ein so genanntes "Antragsdelikt" handelt, sollte auf jeden Fall sofort Anzeige wegen Sachbeschädigung erstattet und ein entsprechender Strafantrag gestellt werden, da die Polizei sonst im Zweifel nicht ermitteln kann. Zusätzlich sollte auch das Ordnungsamt und gegebenenfalls das zuständige Veterinäramt verständigt werden.
Tierquälerei
Neben der Sachbeschädigung handelt es sich aber natürlich auch um eine strafbare Tierquälerei. In § 17 des Tierschutzgesetzes heißt es "wer ein Wirbeltier ohne vernünftigen Grund tötet oder aus Rohheit erhebliche Schmerzen oder Leiden ... zufügt? mit Freiheitsstrafe bis zu drei Jahren oder Geldstrafe bestraft wird! Darauf sollte zur Sicherheit bei der Anzeigenerstattung auch hingewiesen werden, damit nicht aus Unwissenheit "nur" wegen Sachbeschädigung ermittelt wird.

Schadenersatz
Nicht zu vergessen ist auch die Tatsache, dass der ermittelte Täter auf dem
zivilrechtlichen Weg auf Schadensersatz für die entstandenen Tierarztkosten und den Verlust des Hundes verklagt werden kann und sollte.
Dies gilt allerdings nicht für den Fall, wenn der Hund in einem Restaurant einen
ausgelegten Rattengiftköder findet und frisst. Das Amtsgericht München (AZ 163 C 17144/05) hat im November 2005 entschieden, dass ein Gastwirt nicht verpflichtet ist seine Gäste ausdrücklich auf ausgelegte Giftköder hinzuweisen. Zu einem müsse man als Besucher eines Restaurants damit rechnen und zum anderen müsse ein Hundehalter vermeiden, dass sein Hund fremden Gegenstände beschädigt bzw. frisst.
(af)