BGH stärkt den Käuferschutz gegenüber dem Züchter

Der Bundesgerichtshof hat im Juli diesen Jahres nochmals deutlich gemacht, dass der Züchter für nahezu jeden Mangel, der in den ersten sechs Monaten nach der Übergabe des Tieres auftritt, haften muss. Seine Gewährleistungspflicht entsteht unabhängig davon, ob er die Krankheit erkennen konnte oder nicht. Das Gericht hatte über den Fall einer Käuferin zu entscheiden, bei deren Welpe bereits drei Wochen nach der Übergabe eine Hautpilzerkrankung festgestellt worden war. Die Käuferin verlangte von der Züchterin die Übernahme der Behandlungskosten sowohl für dieses, als auch für die drei bereits vorhandenen Tiere, die sich ebenfalls angesteckt hatten.

Die Züchterin argumentierte, dass die Erreger eines Hautpilzes überall in der Umwelt zu finden seien. Daher sei es unwahrscheinlich, dass der Welpe sich bereits in ihrer Obhut infiziert habe. Dies ließen die Richter allerdings nicht gelten. In den Fällen, in denen in den ersten sechs Monaten ein Mangel auftrete, gilt die gesetzliche Vermutung, dass er bereits bei der Übergabe vorgelegen haben muss. Dass die Züchterin im vorliegenden Fall die Infektion des Welpen selbst bei sorgfältiger äußerlicher Untersuchung nicht hätte erkennen können, ist daher ohne Bedeutung.

Diese gesetzliche Vermutung gilt allerdings dann nicht mehr, wenn der Züchter seinerseits beweisen kann, dass der Mangel eindeutig durch das Verhalten des Käufers hervorgerufen
wurde. (af)